GRODEKGRODEK
Georg Trakltrans. Brian Cole
Am Abend tönen die herbstlichen Wälder
Von tödlichen Waffen, die goldnen Ebenen
Und blauen Seen, darüber die Sonne
Düster hinrollt; umfängt die Nacht
Sterbende Krieger, die wilde Klage
Ihrer zerbrochenen Münder.
Doch stille sammelt im Weidengrund
Rotes Gewölk, darin ein zürnender Gott wohnt,
Das vergossne Blut sich, mondne Kühle;
Alle Strassen münden in schwarze Verwesung.
Unter goldnem Gezweig der Nacht und Sternen
Es schwankt der Schwester Schatten durch den
schweigenden Hain,
Zu grüssen die Geister der Helden, die blutenden Häupter;
Und leise tönen im Rohr die dunkeln Flöten des Herbstes.
O stolzere Trauer! ihr ehernen Altäre,
Die heisse Flamme des Geistes nährt heute ein gewaltiger
Schmerz,
Die ungebornen Enkel.
The autumnal forests resound at evening
from deadly weapons, the golden plains
and blue lakes, the sun high above
rolls gloomily on; night embraces
dying warriors, and the wild complaint
of their shattered mouths.
But quietly there gathers in the willow beds
a red cloud, where lives an angry god,
the spilt blood, lunar cold;
all roads end in black decay.
Under the golden tracery of night and stars
my sister's shadow sways through the silent groves,

to greet the spirits of heroes, their bleeding heads;
and softly sound in the reeds the dark flutes of autumn.
O prouder mourning! you brazen altars,
the hot flame of the spirit now feeds a fiercer pain,

the unborn grandchildren.

Trans. Copyright © Brian Cole 2001


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