WILHELM TELL WILLIAM TELL
Friedrich von Schiller tr. Theodore Martin
DRITTER AUFZUG - DRITTE SZENE
Wiese bei Altdorf. Im Vordergrund Bäume,
in der Tiefe der Hut auf einer Stange. Der
Prospekt wird begrenzt durch den Bannberg,
über welchem ein Schneegebirg emporragt.
Friesshardt und Leuthold halten Wache.

FRIESSHARDT
Wir passen auf umsonst. Es will sich niemand
Heranbegeben und dem Hut sein' Reverenz
Erzeigen. 's war doch sonst wie Jahrmarkt hier,
Jetzt ist der ganze Anger wie verödet,
Seitdem der Popanz auf der Stange hängt.

LEUTHOLD
Nur schlecht Gesindel lässt sich sehn und schwingt
Uns zum Verdriesse die zerlumpten Mützen.
Was rechte Leute sind, die machen lieber
Den langen Umweg um den halben Flecken,
Eh sie den Rücken beugten vor dem Hut.

FRIESSHARDT
Sie müssen über diesen Platz, wenn sie
Vom Rathaus kommen um die Mittagstunde.
Da meint' ich schon, 'nen guten Fang zu tun,
Denn keiner dachte dran, den Hut zu grüssen.
Da sieht's der Pfaff, der Rösselman - kam just
Von einem Kranken her - und stellt sich hin
Mit dem Hochwürdigen, grad vor die Stange -
Der Sigrist musste mit dem Glöcklein schellen,
Da fielen all aufs Knie, ich selber mit,
Und grüssten die Monstranz, doch nicht den Hut. -

LEUTHOLD
Höre Gesell, es fängt mir an zu deuchten,
Wir stehen hier am Pranger vor dem Hut,
's ist doch ein Schimpf für einen Reitersmann,
Schildwach zu stehn vor einem leeren Hut -
Und jeder rechte Kerl muss uns verachten.
- Die Reverenz zu machen einem Hut,
Es ist doch traun! Ein närrischer Befehl!

FRIESSHARDT
Warum nicht einem leeren hohlen Hut?
Bückst du dich doch vor manchem hohlen Schädel.
(Hildegard, Mechthild und Elsbeth treten auf mit
Kindern und stellen sich um die Stange.)

LEUTHOLD
Und du bist auch so ein dienstfert'ger Schurke,
Und brächtest wackre Leute gern ins Unglück.
Mag, wer da will, am Hut vorübergehn,
Ich drück die Augen zu und seh nicht hin.

MECHTHILD
Da hängt der Landvogt - Habt Respekt, ihr Buben.

ELSBETH
Wollt's Gott, er ging und liess uns seinen Hut,
Es sollte drum nicht schlechter stehn ums Land!

FRIESSHARDT (verscheucht sie)
Wollt ihr vom Platz? Verwünschtes Volk der Weiber!
Wer fragt nach euch? Schickt eure Männer her,
Wenn sie der Mut sticht, dem Befehl zu trotzen.
(Weiber gehen.)
(Tell mit der Armbrust tritt auf, den Knaben an der
Hand führend. Sie gehen an dem Hut vorbei gegen
die vordere Szene, ohne darauf zu achten.)

WALTHER (zeigt nach dem Bannberg)
Vater ist's wahr, dass auf dem Berge dort
Die Bäume bluten, wenn man einen Streich
Drauf führte mit der Axt?

TELL
......................................Wer sagt das Knabe?


WALTHER
Der Meister Hirt erzählt's - Die Bäume seien
Gebannt, sagt er, und wer sie schädige,
Dem wachse seine Hand heraus zum Grabe.

TELL
Die Bäume sind gebannt, das ist die Wahrheit.
- Siehst du die Firnen dort, die weissen Hörner,
Die hoch bis in den Himmel sich verlieren?

WALTHER
Das sind die Gletscher, die des Nachts so donnern,
Und uns die Schlaglawinen niedersenden.

TELL
So ist's, und die Lawinen hätten längst
Den Flecken Altdorf unter ihrer Last
Verschüttet, wenn der Wald dort oben nicht
Als eine Landwehr sich dagegenstellte.

WALTHER (nach einigem Besinnen)
Gibt's Länder, Vater, wo nicht Berge sind?

TELL
Wenn man hinuntersteigt von unsern Höhen,
Und immer tiefer steigt, den Strömen nach,
Gelangt man in ein grosses ebnes Land,
Wo die Waldwasser nicht mehr brausend schäumen,
Die Flüsse ruhig und gemächlich ziehn,
Da sieht man frei nach allen Himmelsräumen,
Das Korn wächst dort in langen schönen Auen,
Und wie ein Garten ist das Land zu schauen.


WALTHER
Ei Vater, warum steigen wir denn nicht
Geschwind hinab in dieses schöne Land,
Statt dass wir uns hier ängstigen und plagen?

TELL
Das Land ist schön und gütig wie der Himmel,
Doch die's bebauen, sie geniessen nicht
Den Segen, den sie pflanzen.

WALTHER
...........................................Wohnen sie
Nicht frei wie du auf ihrem eignen Erbe?

TELL
Das Feld gehört dem Bischof und dem König.

WALTHER
So dürfen sie doch frei in Wäldern jagen?

TELL
Dem Herrn gehört das Wild und das Gefieder.

WALTHER
Sie dürfen doch frei fischen in dem Strom?

TELL
Der Strom, das Meer, das Salz gehört dem König.

WALTHER
Wer ist der König denn, den alle fürchten?

TELL
Es ist der eine, der sie schützt und nährt.

WALTHER
Sie können sich nicht mutig selbst beschützen?

TELL
Dort darf der Nachbar nicht dem Nachbar trauen.

WALTHER
Vater, es wird mir eng im weiten Land,
Da wohn ich lieber unter den Lawinen.

TELL
Ja wohl ist's besser, Kind, die Gletscherberge
Im Rücken zu haben, als die bösen Menschen.
(Sie wollen vorübergehen.)
WALTHER
Ei Vater, sieh den Hut dort auf der Stange.

TELL
Was kümmert uns der Hut? Komm, lass uns gehen.
(Indem er abgehen will, tritt ihm Friesshardt
mit vorgehaltner Pike entgegen.)

FRIESSHARDT
In des Kaisers Namen! Haltet an und steht!

TELL (greift in die Pike)
Was wollt Ihr? Warum haltet Ihr mich auf?

FRIESSHARDT
Ihr habt's Mandat verletzt, Ihr müsst uns folgen.

LEUTHOLD
Ihr habt dem Hut nicht Reverenz bewiesen.

TELL
Freund, lass mich gehen.

FRIESSHARDT
.....................................Fort, fort ins Gefängnis!

WALTHER
Den Vater ins Gefängnis! Hülfe! Hülfe!
(In die Szene rufend)
Herbei, ihr Männer, gute Leute helft,
Gewalt, Gewalt, sie führen ihn gefangen.
(Rösselmann der Pfarrer und Petermann der Sigrist,
kommen herbei, mit drei andern Männern.)

SIGRIST
Was gibt's?

RÖSSELMANN
.................Was legst du Hand an diesen Mann?

FRIESSHARDT
Er ist ein Feind des Kaisers, ein Verräter!

TELL (fasst ihn heftig)
Ein Verräter, ich!

RÖSSELMANN
.........................Du irrst dich Freund, das ist
Der Tell, ein Ehrenmann und guter Bürger.

WALTHER (erblickt Walther Fürsten und eilt ihm
entgegen.)

Grossvater hilf, Gewalt geschieht dem Vater.

FRIESSHARDT
Ins Gefängnis, fort!

WALTHER FÜRST (herbeieilend)
............................Ich leiste Bürgschaft, haltet!
- Um Gottes willen, Tell, was ist geschehen?
(Melchtal und Stauffacher kommen.)
FRIESSHARDT
Des Landvogts oberherrliche Gewalt
Verachtet er, und will sie nicht erkennen.

STAUFFACHER
Das hätt der Tell getan?

MELCHTAL
....................................Das lügst du Bube!

LEUTHOLD
Er hat dem Hut nicht Reverenz bewiesen.

WALTHER FÜRST
Und darum soll er ins Gefängnis? Freund,
Nimm meine Bürgschaft an und lass ihn ledig.

FRIESSHARDT
Bürg du für dich und deinen eignen Leib!
Wir tun, was unsers Amtes - Fort mit ihm!

MELCHTAL (zu den Landleuten)
Nein, das ist schreiende Gewalt! Ertragen wir's,
Dass man ihn fortführt, frech, vor unsern Augen?

SIGRIST
Wir sind die Stärkern, Freunde, duldet's nicht,
Wir haben einen Rücken an den andern!

FRIESSHARDT
Wer widersetzt sich dem Befehl des Vogts?

NOCH DREI LANDLEUTE (herbeieilend)
Wir helfen euch. Was gibt's? Schlagt sie zu Boden.
(Hildegard, Mechthild und Elsbeth kommen zurück.)
TELL
Ich helfe mir schon selbst. Geht, gute Leute,
Meint ihr, wenn ich die Kraft gebrauchen wollte,
Ich würde mich vor ihren Spiessen fürchten?

MELCHTAL (zu Friesshardt)
Wag's, ihn aus unsrer Mitte wegzuführen!


WALTHER FÜRST und STAUFFACHER
Gelassen! Ruhig!

FRIESSHARDT (schreit)
.........................Aufruhr und Empörung!
(Man hört Jagdhörner.)
WEIBER
Da kommt der Landvogt!

FRIESSHARDT (erhebt die Stimme)
.....................................Meuterei! Empörung!

STAUFFACHER
Schrei, bis du berstest, Schurke!

RöSSELMANN und MELCHTAL
................................................Willst du schweigen?

FRIESSHARDT (ruft noch lauter)
Zu Hülf, zu Hülf den Dienern des Gesetzes.

WALTHER FÜRST
Da ist der Vogt! Weh uns, was wird das werden!
(Gessler zu Pferd, den Falken auf der Faust,
Rudolf der Harras, Berta und Rudenz, ein grosses
Gefolge von bewaffneten Knechten, welche einen
Kreis von Piken um die ganze Szene schliessen.)

RUDOLF DER HARRAS
Platz, Platz dem Landvogt!

GESSLER
........................................Treibt sie auseinander!
Was läuft das Volk zusammen? Wer ruft Hilfe?
(Allgemeine Stille.)
Wer war's? Ich will es wissen.
....................(zu Friesshardt)
............................................Du tritt vor!
Wer bist du und was hältst du diesen Mann?
(Er gibt den Falken einem Diener.)
FRIESSHARDT
Gestrenger Herr, ich bin dein Waffenknecht
Und wohlbestellter Wächter bei dem Hut.
Diesen Mann ergriff ich über frischer Tat,
Wie er dem Hut den Ehrengruss versagte.
Verhaften wollt ich ihn, wie du befahlst,
Und mit Gewalt will ihn das Volk entreissen.

GESSLER (nach einer Pause)
Verachtest du so deinen Kaiser, Tell,
Und mich, der hier an seiner Statt gebietet,
Dass du die Ehr versagst dem Hut, den ich
Zur Prüfung des Gehorsams aufgehangen?
Dein böses Trachten hast du mir verraten.

TELL
Verzeiht mir lieber Herr! Aus Unbedacht,
Nicht aus Verachtung Eurer ist's geschehn,
Wär ich besonnen, hiess ich nicht der Tell,
Ich bitt um Gnad, es soll nicht mehr begegnen.

GESSLER (nach einigem Stillschweigen)
Du bist ein Meister auf der Armbrust, Tell,
Man sagt, du nähmst es auf mit jedem Schützen?

WALTHER TELL
Und das muss wahr sein, Herr - 'nen Apfel schiesst
Der Vater dir vom Baum auf hundert Schritte.

GESSLER
Ist das dein Knabe, Tell?

TELL
......................................Ja, lieber Herr.

GESSLER
Hast du der Kinder mehr?

TELL
.......................................Zwei Knaben, Herr.

GESSLER
Und welcher ist's, den du am meisten liebst?

TELL
Herr, beide sind sie mir gleich liebe Kinder.

GESSLER
Nun Tell! Weil du den Apfel triffst vom Baume
Auf hundert Schritte, so wirst du deine Kunst
Vor mir bewähren müssen - Nimm die Armbrust -
Du hast sie gleich zur Hand - und mach dich fertig,
Einen Apfel von des Knaben Kopf zu schiessen -
Doch will ich raten, ziele gut, dass du
Den Apfel treffest auf den ersten Schuss,
Denn fehlst du ihn, so ist dein Kopf verloren.
(Alle geben Zeichen des Schreckens.)
TELL
Herr - Welches Ungeheure sinnet Ihr
Mir an - Ich soll vom Haupte meines Kindes -
- Nein, nein doch, lieber Herr, das kömmt Euch nicht
Zu Sinn - Verhüt's der gnäd'ge Gott - das könnt ihr
Im Ernst von einem Vater nicht begehren!

GESSLER
Du wirst den Apfel schiessen von dem Kopf
Des Knaben - Ich begehr's und will's.

TELL
.......................................................Ich soll
Mit meiner Armbrust auf das liebe Haupt
Des eignen Kindes zielen - Eher sterb' ich!

GESSLER
Du schiesst oder stirbst mit deinem Knaben.

TELL
Ich soll der Mörder werden meines Kinds!
Herr, Ihr habt keine Kinder - wisset nicht,
Was sich bewegt in eines Vaters Herzen.

GESSLER
Ei Tell, du bist ja plötzlich so besonnen!
Man sagte mir, dass du ein Träumer seist,
Und dich entfernst von andrer Menschen Weise.
Du liebst das Seltsame - Drum hab ich jetzt
Ein eigen Wagstück für dich ausgesucht.
Ein andrer wohl bedächte sich - Du drückst
Die Augen zu, und greifst es herzhaft an.

BERTA
Scherzt nicht, o Herr! mit diesen armen Leuten!
Ihr seht sie bleich und zitternd stehn - So wenig
Sind sie Kurzweils gewohnt aus Eurem Munde.

GESSLER
Wer sagt Euch, dass ich scherze?
(Greift nach einem Baumzweige, der über ihn
herhängt.)
..............................Hier ist der Apfel.
Man mache Raum - Er nehme seine Weite,
Wie's Brauch ist - Achtzig Schritte geb ich ihm -
Nicht weniger, noch mehr - Er rühmte sich,
Auf ihrer hundert seinen Mann zu treffen -
Jetzt Schütze triff, und fehle nicht das Ziel!

RUDOLF DER HARRAS
Gott, das wird ernsthaft - Falle nieder Knabe,
Es gilt, und fleh den Landvogt um dein Leben.

WALTHER FÜRST (beiseite zu Melchtal, der kaum
seine Ungeduld bezwingt)

Haltet an Euch, ich fleh Euch drum, bleibt ruhig.

BERTA (zum Landvogt)
Lasst es genug sein Herr! Unmenschlich ist's,
Mit eines Vaters Angst also zu spielen.
Wenn dieser arme Mann auch Leib und Leben
Verwirkt durch seine leichte Schuld, bei Gott!
Er hätte jetzt zehnfachen Tod empfunden.
Entlasst ihn ungekränkt in seine Hütte,
Er hat Euch kennen lernen, dieser Stunde
Wird er und seine Kindeskinder denken.

GESSLER
Öffnet die Gasse - Frisch! Was zauderst du?
Dein Leben ist verwirkt, ich kann dich töten,
Und sieh, ich lege gnädig dein Geschick
In deine eigne kunstgeübte Hand.
Der kann nicht klagen über harten Spruch,
Den man zum Meister seines Schicksals macht.
Du rühmst dich deines sichern Blicks! Wohlan!
Hier gilt es, Schütze, deine Kunst zu zeigen,
Das Ziel ist würdig und der Preis ist gross!
Das Schwarze treffen in der Scheibe, das
Kann auch ein andrer, der ist mir der Meister,
Der seiner Kunst gewiss ist überall,
Dem's Herz nicht in die Hand tritt noch ins Auge.


WALTHER FÜRST (wirft sich vor ihm nieder)
Herr Landvogt, wir erkennen Eure Hoheit,
Doch lasset Gnad vor Recht ergehen, nehmt
Die Hälfte meiner Habe, nehmt sie ganz,
Nur dieses Grässliche erlasset einem Vater!

WALTHER TELL
Grossvater, knie nicht vor dem falschen Mann!
Sagt, wo ich hinstehn soll, ich fürcht mich nicht,
Der Vater trifft den Vogel ja im Flug,
Er wird nicht fehlen auf das Herz des Kindes.

STAUFFACHER
Herr Landvogt, rührt Euch nicht des Kindes Unschuld?

RÖSSELMANN
O denket, dass ein Gott im Himmel ist,
Dem Ihr müsst Rede stehn für Eure Taten.

GESSLER (zeigt auf den Knaben)
Man bind ihn an die Linde dort!

WALTHER TELL
...............................................Mich binden!
Nein, ich will nicht gebunden sein. Ich will
Stillhalten, wie ein Lamm und auch nicht atmen.
Wenn ihr mich bindet, nein, so kann ich's nicht,
So werd ich toben gegen meine Bande.

RUDOLF DER HARRAS
Die Augen nur lass dir verbinden, Knabe.

WALTHER TELL
Warum die Augen? Denket Ihr, ich fürchte
Den Pfeil von Vaters Hand? Ich will ihn fest
Erwarten, und nicht zucken mit den Wimpern.
- Frisch Vater, zeig's, dass du ein Schütze bist,
Er glaubt dir's nicht, er denkt uns zu verderben -
Dem Wütrich zum Verdrusse, schiess und triff.
(Er geht an die Linde, man legt ihm den Apfel auf.)

MELCHTAL (zu den Landleuten)
Was? Soll der Frevel sich vor unsern Augen
Vollenden? Wozu haben wir geschworen?

STAUFFACHER
Es ist umsonst. Wir haben keine Waffen,
Ihr seht den Wald von Lanzen um uns her.

MELCHTAL
O hätten wir's mit frischer Tat vollendet,
Verzeih's Gott denen, die zum Aufschub rieten!

GESSLER (zum Tell)
Ans Werk! Man führt die Waffen nicht vergebens.
Gefährlich ist's, ein Mordgewehr zu tragen,
Und auf den Schützen springt der Pfeil zurück.
Dies stolze Recht, das sich der Bauer nimmt,
Beleidigt den höchsten Herrn des Landes.
Gewaffnet sei niemand, als wer gebietet.
Freut's Euch, den Pfeil zu führen und den Bogen,
Wohl, so will ich das Ziel Euch dazu geben.

TELL (spannt die Armbrust und legt den Pfeil auf)
Öffnet die Gasse!, Platz!

STAUFFACHER
Was Tell? Ihr wolltet - Nimmermehr - Ihr zittert,
Die Hand erbebt Euch, Eure Kniee wanken -

TELL (lässt die Armbrust sinken)
Mir schwimmt es vor den Augen!

WEIBER
..................................................Gott im Himmel!

TELL (zum Landvogt)
Erlasset mir den Schuss. Hier ist mein Herz!
(Er reisst die Brust auf.)
Ruft Eure Reisigen und stosst mich nieder.

GESSLER
Ich will dein Leben nicht, ich will den Schuss.
- Du kannst ja alles, Tell, an nichts verzagst du,
Das Steuerruder führst du wie den Bogen,
Dich schreckt kein Sturm, wenn es zu retten gilt,
Jetzt Retter hilf dir selbst - du rettest alle!
(Tell steht in fürchterlichem Kampf, mit beiden
Händen zuckend, und die rollenden Augen bald
auf den Landvogt, bald zum Himmel gerichtet -
Plötzlich greift er in seinen Köcher, nimmt
einen zweiten Pfeil heraus und steckt ihn in
seinen Goller. Der Landvogt bemerkt alle diese
Bewegungen.)

WALTHER TELL (unter der Linde)
Vater schiess zu, ich fürcht mich nicht.

TELL
........................................................Es muss!
(Er rafft sich zusammen und legt an.)
RUDENZ
(der die ganze Zeit über in der heftigsten Spannung
gestanden und mit Gewalt an sich gehalten tritt hervor)

Herr Landvogt, weiter werdet Ihr's nicht treiben,
Ihr werdet nicht - Es war nur eine Prüfung -
Den Zweck habt Ihr erreicht - Zu weit getrieben
Verfehlt die Strenge ihres weisen Zwecks,
Und allzu straff gespannt zerspringt der Bogen.

GESSLER
Ihr schweigt, bis man Euch aufruft.

RUDENZ
....................................................Ich will reden,
Ich darf's, des Königs Ehre ist mir heilig,
Doch solches Regiment muss Hass erwerben.
Das ist des Königs Wille nicht - Ich darf's
Behaupten - Solche Grausamkeit verdient
Mein Volk nicht, dazu habt Ihr keine Vollmacht.

GESSLER
Ha, Ihr erkühnt Euch!

RUDENZ
................................Ich hab stillgeschwiegen
Zu allen schweren Taten, die ich sah,
Mein sehend Auge hab ich zugeschlossen,
Mein überschwellend und empörtes Herz
Hab ich hinabgedrückt in meinen Busen.
Doch länger schweigen wär Verrat zugleich
An meinem Vaterland und an dem Kaiser.

BERTA (wirft sich zwischen ihn und den Landvogt)
O Gott, Ihr reizt den Wütenden noch mehr.

RUDENZ
Mein Volk verliess ich, meinen Blutsverwandten
Entsagt ich, alle Bande der Natur
Zerriss ich, um an Euch mich anzuschliessen -
Das Beste aller glaubt' ich zu befördern,
Da ich des Kaisers Macht befestigte -
Die Binde fällt von meinen Augen - Schaudernd
Seh ich an einen Abgrund mich geführt -
Mein freies Urteil habt Ihr irrgeleitet,
Mein redlich Herz verführt - Ich war daran,
Mein Volk in bester Meinung zu verderben.

GESSLER
Verwegner, diese Sprache deinem Herrn?

RUDENZ
Der Kaiser ist mein Herr, nicht Ihr - Frei bin ich
Wie Ihr geboren, und ich messe mich
Mit Euch in jeder ritterlichen Tugend.
Und stündet Ihr nicht hier in Kaisers Namen,
Den ich verehre, selbst wo man ihn schändet,
Den Handschuh wärf ich vor Euch hin, Ihr solltet
Nach ritterlichem Brauch mir Antwort geben.
- Ja winkt nur Euren Reisigen - Ich stehe
Nicht wehrlos da, wie die -
......(auf das Volk zeigend)
........................................Ich hab ein Schwert,
Und wer mir naht -

STAUFFACHER (ruft)
..............................Der Apfel ist gefallen!
(Indem sich alle nach dieser Seite gewendet und
Berta zwischen Rudenz und den Landvogt sich
geworfen, hat Tell den Pfeil abgedrückt.)

RÖSSELMANN
Der Knabe lebt!

VIELE STIMMEN
.........................Der Apfel ist getroffen!
(Walther Fürst schwankt und droht zu sinken,
Berta hält ihn.)

GESSLER (erstaunt)
Er hat geschossen? Wie? der Rasende!

BERTA
Der Knabe lebt! kommt zu Euch, guter Vater!


WALTHER TELL (kommt mit dem Apfel gesprungen)
Vater, hier ist der Apfel - Wusst ich's ja,
Du würdest deinen Knaben nicht verletzen.
(Tell stand mit vorgebognem Leib, als wollt er dem
Pfeil folgen - die Armbrust entsinkt seiner Hand
- wie er den Knaben kommen sieht, eilt er ihm mit
ausgebreiteten Armen entgegen, und hebt ihn mit
heftiger Inbrunst zu seinem Herzen hinauf, in
dieser Stellung sinkt er kraftlos zusammen.
Alle stehen gerührt.)

BERTA
O güt'ger Himmel!

WALTHER FÜRST (zu Vater und Sohn)
..............................Kinder! meine Kinder!

STAUFFACHER
Gott sei gelobt!

LEUTHOLD
.......................Das war ein Schuss! Davon
Wird man noch reden in den spätsten Zeiten.

RUDOLF DER HARRAS
Erzählen wird man von dem Schützen Tell,
Solang die Berge stehn auf ihrem Grunde.
(Reicht dem Landvogt den Apfel.)
GESSLER
Bei Gott! der Apfel mitten durchgeschossen!
Es war ein Meisterschuss, ich muss ihn loben.

RÖSSELMANN
Der Schuss war gut, doch wehe dem, der ihn
Dazu getrieben, dass er Gott versuchte.

STAUFFACHER
Kommt zu Euch, Tell, steht auf, Ihr habt Euch männlich
Gelöst, und frei könnt Ihr nach Hause gehen.

RÖSSELMANN
Kommt, kommt und bringt der Mutter ihren Sohn.
(Sie wollen ihn wegführen.)
GESSLER
Tell, höre!

TELL (kommt zurück)
................Was befiehlt Ihr, Herr?

GESSLER
...................................................Du stecktest
Noch einen zweiten Pfeil zu dir - Ja, ja,
Ich sah es wohl - Was meintest du damit?

TELL (verlegen)
Herr, das ist also bräuchlich bei den Schützen.

GESSLER
Nein, Tell, die Antwort lass ich dir nicht gelten,
Es wird was anders wohl bedeutet haben.
Sag mir die Wahrheit frisch und fröhlich, Tell,
Was es auch sei, dein Leben sichr' ich dir.
Wozu der zweite Pfeil?

TELL
...................................Wohlan, o Herr,
Weil Ihr mich meines Lebens habt gesichert,
So will ich Euch die Wahrheit gründlich sagen.
(Er zieht den Pfeil aus dem Goller und sieht den
Landvogt mit einem furchtbaren Blick an.)

Mit diesem zweiten Pfeil durchschoss ich - Euch,
Wenn ich mein liebes Kind getroffen hätte,
Und Eurer - wahrlich! hätt ich nicht gefehlt.

GESSLER
Wohl, Tell! Des Lebens hab ich dich gesichert,
Ich gab mein Ritterwort, das will ich halten -
Doch weil ich deinen bösen Sinn erkannt,
Will ich dich führen lassen und verwahren,
Wo weder Mond noch Sonne dich bescheint,
Damit ich sicher sei vor deinen Pfeilen.
Ergreift ihn, Knechte! Bindet ihn!
(Tell wird gebunden.)
STAUFFACHER
..................................................Wie, Herr?
So könntet Ihr an einem Manne handeln,
An dem sich Gottes Hand sichtbar verkündigt?

GESSLER
Lass sehn, ob sie ihn zweimal retten wird.
- Man bring ihn auf mein Schiff, ich folge nach
Sogleich, ich selbst will ihn nach Küssnacht führen.

RÖSSELMANN
Ihr wollt ihn ausser Lands gefangen führen?

LANDLEUTE
Das dürft Ihr nicht, das darf der Kaiser nicht,
Das widerstreitet unsern Freiheitsbriefen!

GESSLER
Wo sind sie? Hat der Kaiser sie bestätigt?
Er hat sie nicht bestätigt - Diese Gunst
Muss erst erworben werden durch Gehorsam.
Rebellen seid ihr alle gegen Kaisers
Gericht und nährt verwegene Empörung.
Ich kenn euch alle - ich durchschau euch ganz -
Den nehm ich jetzt heraus aus eurer Mitte,
Doch alle seid ihr teilhaft seiner Schuld,
Wer klug ist, lerne schweigen und gehorchen.
(Er entfernt sich, Berta, Rudenz, Harras und Knechte
folgen, Friesshardt und Leuthold bleiben zurück.)

WALTHER FÜRST (in heftigem Schmerz)
Es ist vorbei, er hat's beschlossen, mich
Mit meinem ganzen Hause zu verderben!

STAUFFACHER (zum Tell)
O warum musstet Ihr den Wütrich reizen!

TELL
Bezwinge sich, wer meinen Schmerz gefühlt!

STAUFFACHER
O nun ist alles, alles hin! Mit Euch
Sind wir gefesselt alle und gebunden!

LANDLEUTE (umringen den Tell)
Mit Euch geht unser letzter Trost dahin!

LEUTHOLD (nähert sich)
Tell, es erbarmt mich - doch ich muss gehorchen.

TELL
Lebt wohl!

WALTHER TELL (sich mit heftigem Schmerz an ihn
..........................................schmiegend)

.................O Vater! Vater! Lieber Vater!

TELL (hebt die Arme zum Himmel)
Dort droben ist dein Vater! den ruf an!

STAUFFACHER
Tell, sag ich Eurem Weibe nichts von Euch?

TELL (hebt den Knaben mit Inbrunst an seine Brust)
Der Knab ist unverletzt, mir wird Gott helfen.
(Reisst sich schnell los und folgt den Waffenknechten.)
.
ACT III - SCENE 3
A meadow near Altdorf. Trees in the foreground. At the
back of the stage a cap upon a pole. The prospect is
bounded by the Bannberg, which is surmounted by a
snow-capped mountain.
Friesshardt and Leuthold on guard

FRIESSHARDT
We keep our watch in vain. Zounds! not a soul
Will pass, and do obeisance to the cap.
But yesterday the place swarm'd like a fair;
Now the old green looks like a desert, quite,
Since yonder scarecrow hung upon the pole.

LEUTHOLD
Only the vilest rabble show themselves,
And wave their tattered caps in mockery at us.
All honest citizens would sooner make
A weary circuit over half the town,
Than bend their backs before our master's cap.

FRIESSHARDT
They were obliged to pass this way at noon,
As they were coming from the Council House.
I counted then upon a famous catch,
For no one thought of bowing to the cap,
But Rosselmann, the priest, was even with me:
Coming just then from some sick man, he takes
His stand before the pole, - lifts up the Host -
The Sacrist, too, must tinkle with his bell,
When down they dropp'd on knee - myself and all -
In reverence to the Host, but not the cap.

LEUTHOLD
Hark ye, companion, I've a shrewd suspicion,
Our post's no better than the pillory.
It is a burning shame, a trooper should
Stand sentinel before an empty cap,
And every honest fellow must despise us.
To do obeisance to a cap, too! Faith,
I never heard an order so absurd!

FRIESSHARDT
Why not, an't please you, to an empty cap?
You've duck'd, I'm sure, to many an empty sconce.
(Hildegard, Mechthild, and Elsbeth enter with their
children, and station themselves around the pole.)

LEUTHOLD
And you are a time - serving sneak, that takes
Delight in bringing honest folks to harm.
For my part, he that likes may pass the cap:
I'll shut my eyes and take no note of him.

MECHTHILD
There hangs the Viceroy! Your obeisance, children!

ELSBETH
I would to God he'd go, and leave his cap!
The country would be none the worse for it.

FRIESSHARDT (driving them away)
Out of the way! Confounded pack of gossips!
Who sent for you? Go, send your husbands here,
If they have courage to defy the order.
(Wives off.
Tell enters with his cross-bow, leading his son Walter
by the hand. They pass the hat without noticing it, and
advance to the front of the stage.)

WALTER (pointing to the Bannberg)
Father, is't true, that on the mountain there
The trees, if wounded with a hatchet, bleed?


TELL
Who says so, boy?

WALTER
............................The master herdsman, father!
He tells us there's a charm upon the trees,
And if a man shall injure them, the hand
That struck the blow will grow from out the grave.

TELL
There is a charm about them - that's the truth.
Dost see those glaciers yonder - those white horns -
That seem to melt away into the sky?

WALTER
They are the peaks that thunder so at night,
And send the avalanches down upon us.

TELL
They are; and Altdorf long ago had been
Submerged beneath these avalanches' weight,
Did not the forest there above the town
Stand like a bulwark to arrest their fall.

WALTER (after musing a little)
And are there countries with no mountains, father?

TELL
Yes, if we travel downwards from our heights,
And keep descending where the rivers go,
We reach a wide and level country, where
Our mountain torrents brawl and foam no more,
And fair large rivers glide serenely on.
All quarters of the heaven may there be scann'd
Without impediment. The corn grows there
In broad and lovely fields, and all the land
Is like a garden fair to look upon.

WALTER
But, father, tell me, wherefore haste we not
Away to this delightful land, instead
Of toiling here, and struggling as we do?

TELL
The land is fair and bountiful as Heaven;
But they who till it never may enjoy
The fruits of what they sow.

WALTER
..........................................Live they not free,
As you do, on the land their fathers left them?

TELL
The fields are all the bishop's or the king's.

WALTER
But they may freely hunt among the woods?

TELL
The game is all the monarch's - bird and beast.

WALTER
But they, at least, may surely fish the streams?

TELL
Stream, lake, and sea, all to the king belong.

WALTER
Who is this king, of whom they're so afraid?

TELL
He is the man who fosters and protects them.

WALTER
Have they not courage to protect themselves?

TELL
The neighbour there dare not his neighbour trust.

WALTER
I should want breathing room in such a land.
I'd rather dwell beneath the avalanches.

TELL
'Tis better, child, to have these glacier peaks
Behind one's back, than evil-minded men!
(They are about to pass on.)
WALTER
See, father, see the cap on yonder pole!

TELL
What is the cap to us? Come, let's begone.
(As he is going, Friesshardt, presenting his pike,
stops him.)

FRIESSHARDT
Stand, I command you, in the Emperor's name!

TELL (seizing the pike)
What would ye? Wherefore do ye stop me thus?

FRIESSHARDT
You've broke the mandate, and with us must go.

LEUTHOLD
You have not done obeisance to the cap.

TELL
Friend, let me go.

FRIESSHARDT
...........................Away, away to prison!

WALTER
Father to prison. Help!
(Calling to the side scene.
................................This way, you men!
Good people, help! They're dragging him to prison!
(Rosselmann the priest and the Sacristan, with three
other men, enter.)

SACRISTAN
What's here amiss?

ROSSELMANN
............................Why do you seize this man?

FRIESSHARDT
He is an enemy of the King - a traitor.

TELL (seizing him with violence)
A traitor, I!

ROSSELMANN
.......................Friend, thou art wrong. 'Tis Tell,
An honest man, and worthy citizen.


WALTER (descries Furst, and runs up to him)
Grandfather, help; they want to seize my father!

FRIESSHARDT
Away to prison!

FURST (running in)
.........................Stay, I offer bail.
For God's sake, Tell, what is the matter here?
(Melchthal and Stauffacher enter.
FRIESSHARDT
He has contemn'd the Viceroy's sovereign power,
Refusing flatly to acknowledge it.

STAUFFACHER
Has Tell done this?

MELCHTHAL
............................Villain, you know 'tis false!

LEUTHOLD
He has not made obeisance to the cap.

FURST
And shall for this to prison? Come, my friend,
Take my security, and let him go.

FRIESSHARDT
Keep your security for yourself - you'll need it.
We only do our duty. Hence with him.

MELCHTHAL (to the country people)
This is too bad - shall we stand by and see
Him dragged away before our very eyes?

SACRISTAN
We are the strongest. Friends, endure it not,
Our countrymen will back us to a man.

FRIESSHARDT
Who dares resist the governor's commands?

OTHER THREE PEASANTS (running in)
We'll help you. What's the matter? Down with them!
(Hildegard, Mechthild and Elsbeth return.
TELL
Go, go, good people, I can help myself.
Think you, had I a mind to use my strength,
These pikes of theirs should daunt me?

MELCHTHAL (to Friesshardt)
..........................................................Only try -
Try from our midst to force him, if you dare.

FURST and STAUFFACHER
Peace, peace, friends!

FRIESSHARDT (loudly)
.................................Riot! Insurrection, ho!
(Hunting horns without.
WOMEN
The Governor!

FRIESSHARDT (raising his voice)
.......................Rebellion! Mutiny!

STAUFFACHER
Roar till you burst, knave!

ROSSELMANN and MELCHTHAL
........................................Will you hold your tongue?

FRIESSHARDT (calling still louder)
Help, help, I say, the servants of the law!

FURST
The Viceroy here! Then we shall smart for this!
(Enter Gessler on horseback, with a falcon on his wrist; Rudolph der Harras, Bertha, and Rudenz, and a numerous train of armed attendants, who form a circle of lances round the whole stage.
RUDOLPH DER HARRAS
Room for the Viceroy!

GESSLER
...................................Drive the clowns apart.
Why throng the people thus? Who calls for help?
(General silence.)
Who was it? I will know.
(Friesshardt steps forward.
...................................And who art thou?
And why hast thou this man in custody?
(Gives his falcon to an attendant.)
FRIESSHARDT
Dread sir, I am a soldier of your guard.
And station'd sentinel beside the cap;
This man I apprehended in the act
Of passing it without obeisance due,
So as you ordered, I arrested him,
Whereon to rescue him the people tried.

GESSLER (after a pause)
And do you, Tell, so lightly hold your King,
And me, who act as his viceregent here,
That you refuse obeisance to the cap,
I hung aloft to test your loyalty?
I read in this a disaffected spirit.

TELL
Pardon me, good my lord! The action sprung
From inadvertence, - not from disrespect.
Were I discreet, I were not Wilhelm Tell.
Forgive me now - I'll not offend again.

GESSLER (after a pause)
I hear, Tell, you're a master with the bow,
From every rival bear the palm away.

WALTER
That's very truth, sir! At a hundred yards
He'll shoot an apple for you off the tree.

GESSLER
Is that boy thine, Tell?

TELL
..................................Yes, my gracious lord.

GESSLER
Hast any more of them?

TELL
...................................Two boys, my lord.

GESSLER
And, of the two, which dost thou love the most?

TELL
Sir, both the boys are dear to me alike.

GESSLER
Then, Tell, since at a hundred yards thou canst
Bring down the apple from the tree, thou shalt
Approve thy skill before me. Take thy bow -
Thou hast it there at hand - make ready, then,
To shoot an apple from the stripling's head!
But take this counsel, - look well to thine aim,
See, that thou hit'st the apple at the first,
For, shouldst thou miss, thy head shall pay the forfeit.
(All give signs of horror.)
TELL
What monstrous thing, my lord, is this you ask?
What! from the head of mine own child! - No, no!
It cannot be, kind sir, you meant not that -
God, in His grace, forbid! You could not ask
A father seriously to do that thing!

GESSLER
Thou art to shoot an apple from his head!
I do desire - command it so.

TELL
..........................................What, I!
Level my crossbow at the darling head
Of mine own child? No - rather let me die!

GESSLER
Or thou must shoot, or with thee dies the boy.

TELL
Shall I become the murderer of my child!
You have no children, sir - you do not know
The tender throbbings of a father's heart.

GESSLER
How now, Tell, on a sudden so discreet?
I had been told thou wert a visionary, -
A wanderer from the paths of common men.
Thou lov'st the marvellous. So have I now
Cull'd out for thee a task of special daring.
Another man might pause and hesitate; -
Thou dashest at it, heart and soul, at once.

BERTHA
Oh, do not jest, my lord, with these poor souls!
See, how they tremble, and how pale they look,
So little used are they to hear thee jest.

GESSLER
Who tells thee that I jest?
(Grasping a branch above his head.
......................................Here is the apple.
Room there, I say! And let him take his distance -
Just eighty paces, - as the custom is, -
Not an inch more or less! It was his boast,
That at a hundred he could hit his man.
Now, archer, to your task, and look you miss not!

RUDOLPH DER HARRAS
Heavens! this grows serious - down, boy, on your knees,
And beg the governor to spare your life.

FURST (aside to Melchthal, who can scarcely restrain his
indignation)

Command yourself, - be calm, I beg of you!

BERTHA (to the Governor)
Let this suffice you, sir! It is inhuman
To trifle with a father's anguish thus.
Although this wretched man had forfeited
Both life and limb for such a slight offence,
Already has he suffer'd tenfold death.
Send him away uninjured to his home;
He'll know thee well in future; and this hour
He and his children's children will remember.

GESSLER
Open a way there - quick! Why this delay?
Thy life is forfeited; I might dispatch thee,
And see, I graciously repose thy fate
Upon the skill of thine own practised hand.
No cause has he to say his doom is harsh,
Who's made the master of his destiny.
Thou boastest thine unerring aim. 'Tis well!
Now is the fitting time to show thy skill;
The mark is worthy and the prize is great.
To hit the bull's eye in the target; - that
Can many another do as well as thou;
But he, methinks, is master of his craft,
Who can at all times on his skill rely,
Nor lets his heart disturb or eye or hand.

FURST
My lord, we bow to your authority;
But oh, let justice yield to mercy here.
Take half my property, nay, take it all,
But spare a father this unnatural doom!

WALTER
Grandfather, do not kneel to that bad man!
Say, where am I to stand? I do not fear;
My father strikes the bird upon the wing,
And will not miss now when 'twould harm his boy!

STAUFFACHER
Does the child's innocence not touch your heart?

ROSSELMANN
Bethink you, sir, there is a God in heaven,
To whom you must account for all your deeds.

GESSLER (pointing to the boy)
Bind him to yonder lime tree!

WALTER
.............................................What! Bind me?
No, I will not be bound! I will be still.
Still as a lamb - nor even draw my breath!
But if you bind me, I can not be still.
Then I shall writhe and struggle with my bonds.

RUDOLPH DER HARRAS
But let your eyes at least be bandaged, boy!

WALTER
And why my eyes? No! Do you think I fear
An arrow from my father's hand? Not I!
I'll wait it firmly, nor so much as wink!
Quick, father, show them what thy bow can do.
He doubts thy skill - he thinks to ruin us.
Shoot then and hit, though but to spite the tyrant!
(He goes to the lime tree, and an apple is placed on
his head.)

MELCHTAL (to the country people)
What! Is this outrage to be perpetrated
Before our very eyes? Where is our oath?

STAUFFACHER
Resist we cannot! Weapons we have none.
And see the wood of lances round us! See!

MELCHTAL
Oh! would to heaven that we had struck at once!
God pardon those who counsell'd the delay!

GESSLER (to Tell)
To carry deadly tools is dangerous,
And on the archer oft his shaft recoils.
This right, these haughty peasant churls assume,
Trenches upon their master's privileges:
None should be armed, but those who bear command.
It pleases you to carry bow and bolt; -
Well, - be it so. I will prescribe the mark.


TELL (bends the bow, and fixes the arrow)
A lane there! Room!

STAUFFACHER
What, Tell? You would - no, no!
You shake - your hand's unsteady - your knees tremble.

TELL (letting the bow sink down)
There's something swims before mine eyes!

WOMEN
Great Heaven!

TELL
Release me from this shot! Here is my heart!
(Tears open his breast.
Summon your troopers - let them strike me down!

GESSLER
'Tis not thy life I want - I want the shot,
Thy talent's universal! Nothing daunts thee!
The rudder thou canst handle like the bow!
No storms affright thee, when a life's at stake.
Now, saviour, help thyself, - thou savest all!
(Tell stands fearfully agitated by contending
emotions, his hands moving convulsively, and
his eyes turning alternately to the Governor
and Heaven. Suddenly he takes a second arrow
from his quiver, and sticks it in his belt.
The Governor notes all he does.)


WALTER (beneath the lime tree)
Shoot, father, shoot! fear not!

TELL
.............................................It must be!
(Collects himself and levels the bow.)
RUDENZ (who all the while has been standing in a state of violent excitement, and has with difficulty restrained himself, advances)
My lord, you will not urge this matter further;
You will not. It was surely but a test.
You've gained your object. Rigour push'd too far
Is sure to miss its aim, however good,
As snaps the bow that's all too straitly bent.

GESSLER
Peace, till your counsel's ask'd for!

RUDENZ
....................................................I will speak!
Ay, and I dare! I reverence my king;
But acts like these must make his name abhorr'd.
He sanctions not this cruelty. I dare
Avouch the fact. And you outstep your powers
In handling thus my harmless countrymen.

GESSLER
Ha! thou grow'st bold, methinks!

RUDENZ
.................................................I have been dumb
To all the oppressions I was doomed to see.
I've closed mine eyes to shut them from my view,
Bade my rebellious, swelling heart be still,
And pent its struggles down within my breast.
But to be silent longer, were to be
A traitor to my king and country both.

BERTHA (casting herself between him and the Governor)
Oh, Heavens! you but exasperate his rage!

RUDENZ
My people I forsook - renounced my kindred -
Broke all the ties of nature, that I might
Attach myself to you. I madly thought
That I should best advance the general weal
By adding sinews to the Emperor's power.
The scales have fallen from mine eyes - I see
The fearful precipice on which I stand.
You've led my youthful judgment far astray, -
Deceived my honest heart. With best intent,
I had well-nigh achiev'd my country's ruin.

GESSLER
Audacious boy, this language to thy lord?

RUDENZ
The Emperor is my lord, not you! I'm free.
As you by birth, and I can cope with you
In every virtue that beseems a knight.
And if you stood not here in that king's name,
Which I respect e'en where 'tis most abused,
I'd throw my gauntlet down, and you should give
An answer to my gage in knightly sort.
Ay, beckon to your troopers! Here I stand;
But not like these
(Pointing to the people,)
......................... - unarmed. I have a sword,
And he that stirs one step -

STAUFFACHER (exclaims)
........................................The apple's down!
(While the attention of the crowd has been directed to the spot where Bertha had cast herself between Rudenz and Gessler, Tell has shot.}
ROSSELMANN
The boy's alive!

MANY VOICES
.........................The apple has been struck!
(Walter Furst staggers and is about to fall. Bertha supports
him.)

GESSLER (astonished)
How? Has he shot? The madman!

BERTHA
..................................................Worthy father!
Pray you, compose yourself. The boy's alive.

WALTER (runs in with the apple)
Here is the apple, father! Well I knew
You would not harm your boy.
(Tell stands with his body bent forwards, as if still
following the arrow. His bow drops from his hand.
When he sees the boy advancing, he hastens to meet
him with open arms, and, embracing him passionately,
sinks down with him quite exhausted.
All crowd round them deeply affected.)


BERTHA
.................................................Oh, ye kind Heavens!

FURST (to father and son)
My children, my dear children!

STAUFFACHER
...............................................God be praised!

LEUTHOLD
Almighty powers! That was a shot indeed!
It will be talked of to the end of time.

RUDOLPH DER HARRAS
This feat of Tell, the archer, will be told
Long as these mountains stand upon their base.
(Hands the apple to Gessler.)
GESSLER
By Heaven! the apple's cleft right through the core.
It was a master shot, I must allow.

ROSSELMANN
The shot was good. But woe to him who drove
The man to tempt his God by such a feat!

STAUFFACHER
Cheer up, Tell, rise! You've nobly freed yourself,
And now may go in quiet to your home.

ROSSELMANN
Come, to the mother let us bear her son!
(They are about to lead him off.)
GESSLER
A word, Tell.

TELL
....................Sir, your pleasure?

GESSLER
.................................................Thou didst place
A second arrow in thy belt - nay, nay!
I saw it well. Thy purpose with it? Speak!

TELL (confused)
It is a custom with all archers, sir.

GESSLER
No, Tell, I cannot let that answer pass.
There was some other motive, well I know.
Frankly and cheerfully confess the truth; -
Whate'er it be, I promise thee thy life.
Wherefore the second arrow?

TELL
............................................Well, my lord,
Since you have promised not to take my life,
I will, without reserve, declare the truth.
(He draws the arrow from his belt, and fixes his eyes sternly upon the governor.)
If that my hand had struck my darling child,
This second arrow I had aimed at you,
And, be assured, I should not then have miss'd.

GESSLER
Well, Tell, I promised thou shouldst have thy life;
I gave my knightly word, and I will keep it.
Yet, as I know the malice of thy thoughts,
I'll have thee carried hence, and safely penn'd,
Where neither sun nor moon shall reach thine eyes.
Thus from thy arrows I shall be secure.
Seize on him, guards, and bind him!
(They bind him.)
STAUFFACHER
......................................................How, my lord -
How can you treat in such a way a man
On whom God's hand has plainly been reveal'd?

GESSLER
Well, let us see if it will save him twice!
Remove him to my ship; I'll follow straight,
At Kussnacht I will see him safely lodged.



ROSSELMANN
You dare not do't. Nor durst the Emperor's self
So violate our dearest chartered rights.


GESSLER
Where are they? Has the Emp'ror confirm'd them?
He never has. And only by obedience
May you that favour hope to win from him.
You are all rebels 'gainst the Emp'ror's power, -
And bear a desperate and rebellious spirit.
I know you all - I see you through and through.
Him do I single from amongst you now,
But in his guilt you all participate.
If you are wise, be silent and obey!
(Exit, followed by Bertha, Rudenz, Harras, and attendants.
Friesshardt and Leuthold remain.)

FURST (in violent anguish)
All's over now! He is resolved to bring
Destruction on myself and all my house.

STAUFFACHER (to Tell)
Oh, why did you provoke the tyrant's rage?

TELL
Let him be calm who feels the pangs I felt.

STAUFFACHER
Alas! alas! Our every hope is gone.
With you we all are fettered and enchain'd.

COUNTRY PEOPLE (surrounding Tell)
Our last remaining comfort goes with you!

LEUTHOLD (approaching him)
I'm sorry for you, Tell, but must obey.

TELL
Farewell!

WALTER (clinging to him in great agony)
..................Oh, father, father, father dear!

TELL (pointing to Heaven)
Thy father is on high - appeal to Him!

STAUFFACHER
Have you no message, Tell, to send your wife?

TELL (clasping the boy passionately to his breast)
The boy's uninjured; God will succour me!
(Tears himself suddenly away, and follows the soldiers of the guard.)


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