NÄNIE NENIA
Friedrich von Schiller tr. Brian Cole
Auch das Schöne muss sterben! Das Menschen and Götter
bezwinget,
Nicht die eherne Brust rührt es des stygischen Zeus.
Einmal nur erweichte die Liebe den Schattenbeherrscher,
Und an der Schwelle noch, streng, rief er zurück sein
Geschenk.
Nicht stillt Aphrodite dem schönen Knaben die Wunde,
Die in den zierlichen Leib grausam der Eber geritzt.
Nicht errettet den göttlichen Held die unsterbliche Mutter,
Wann er, am skäischen Tor fallend, sein Schicksal erfüllt.
Aber sie steigt aus dem Meer mit allen Töchtern des Nereus,
Und die Klage hebt an um den verherrlichten Sohn.
Siehe, da weinen die Götter, es weinen die Göttinnen alle,
Dass das Schöne vergeht, dass das Vollkommene stirbt.
Auch ein Klaglied zu sein im Mund der Geliebten ist herrlich,
Denn das Gemeine geht klanglos zum Orkus hinab.
Even Beauty must die! It's the law for men and gods,

but does not rule the brazen heart of Stygian Zeus.
Only once did love soften the Lord of the Shades,
and still on the threshold he sternly took back his gift.

Aphrodite did not soothe the wounds of the beautiful boy
that the boar cruelly ripped into the delicate body.
His immortal mother did not save the divine hero
when he fell at the Schaean Gate, and fulfilled his destiny.
But she rises out of the sea with all of Nereus' daughters,
and lifts her mourning plaint for her exalted son.
Look, the gods are all weeping, and all the goddesses weep,
for the passing of beauty, for the death of perfection.
It is glory even to be a lament in the mouth of the loved one,
for the mean and lowly go in silence down to Orcus.

Trans. Copyright © Brian Cole 2004


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