DIE JUNGFRAU VON ORLEANS - III.1 THE MAID OF ORLEANS - III.1
Friedrich von Schiller tr. Barbara Swanwick
DUNOIS
Wir waren Herzensfreunde, Waffenbrüder,
Für eine Sache hoben wir den Arm
Und hielten fest in Not und Tod zusammen.
Lasst Weiberliebe nicht das Band zertrennen,
Das jeden Schicksalswechsel ausgehalten.

LA HIRE
Prinz, hört mich an!

DUNOIS
Ihr liebt das wunderbare Mädchen,
Und mir ist wohl bekannt, worauf Ihr sinnt.
Zum König denkt Ihr stehnden Fusses jetzt
Zu gehen, und die Jungfrau zum Geschenk
Euch zu erbitten- Eurer Tapferkeit
Kann er den wohlverdienten Preis nicht weigern.
Doch wisst - eh ich in eines andern Arm
Sie sehe -

LA HIRE
Hört mich, Prinz!

DUNOIS
Es zieht mich nicht
Der Augen flüchtig schnelle Lust zu ihr.
Den unbezwungnen Sinn hat nie ein Weib
Gerührt, bis ich die Wunderbare sah,
Die eines Gottes Schickung diesem Reich
Zur Retterin bestimmt und mir zum Weibe,
Und in dem Augenblick gelobt ich mir
Mit heilgem Schwur als Braut sie heimzuführen.
Denn nur die Starke kann die Freundin sein
Des starken Mannes, und dies glühnde Herz
Sehnt sich an einer gleichen Brust zu ruhn,
Die seine Kraft kann fassen und ertragen.

LA HIRE
Wie könnt ichs wagen, Prinz, mein schwach Verdienst
Mit Eures Namens Heldenruhm zu messen!
Wo sich Graf Dunois in die Schranken stellt,
Muss jeder andre Mitbewerber weichen.
Doch eine niedre Schäferin kann nicht
Als Gattin würdig Euch zur Seite stehn,
Das königliche Blut, das Eure Adern
Durchrinnt, verschmäht so niedrige Vermischung.

DUNOIS
Sie ist das Götterkind der heiligen
Natur, wie ich, und ist mir ebenbürtig.
Sie sollte eines Fürsten Hand entehren,
Die eine Braut der reinen Engel ist,
Die sich das Haupt mit einem Götterschein
Umgibt, der heller strahlt als irdsche Kronen,
Die jedes Grösste, Höchste dieser Erden
Klein unter ihren Füssen liegen sieht;
Denn alle Fürstenthronen aufeinander
Gestellt, bis zu den Sternen fortgebaut,
Erreichten nicht die Höhe, wo sie steht,
In ihrer Engelsmajestät!

LA HIRE
Der König mag entscheiden.

DUNOIS
...........................................Nein, sie selbst
Entscheide! Sie hat Frankreich frei gemacht
Und selber frei muss sie ihr Herz verschenken.

LA HIRE
Da kommt der König!

............
............

DUNOIS
We have been true heart-friends, brothers in arms,
Still have we battled in a common cause,
And held together amid toil and death.
Let not the love of woman rend the bond
Which hath resisted every stroke of fate.

LA HIRE
Hear me, my prince!

DUNOIS
You love the wondrous maid,
And well I know the purpose of your heart.
You think without delay to seek the king,
And to entreat him to bestow on you
Her hand in marriage. Of your bravery
The well-earned guerdon he cannot refuse
But know,- ere I behold her in the arms
Of any other -

LA HIRE
Listen to me, prince!

DUNOIS
'Tis not the fleeting passion of the eye
Attracts me to her. My unconquered sense
Had set at naught the fiery shafts of love
Till I beheld this wondrous maiden, sent
By a divine appointment to become
The savior of this kingdom, and my wife;
And on the instant in my heart I vowed
A sacred oath, to bear her home, my bride.
For she alone who is endowed with strength
Can be the strong man's friend. This glowing heart
Longs to repose upon a kindred breast,
Which can sustain and comprehend its strength.

LA HIRE
How dare I venture, prince, my poor deserts
To measure with your name's heroic fame!
When Count Dunois appeareth in the lists,
Each humbler suitor must forsake the field;
Still it doth ill become a shepherd maid
To stand as consort by your princely side.
The royal current in your veins would scorn
To mix with blood of baser quality.

DUNOIS
She, like myself, is holy Nature's child,
A child divine - hence we by birth are equal.
She bring dishonor on a prince's hand,
Who is the holy angel's bride, whose head
Is by a heavenly glory circled round,
Whose radiance far outshineth earthly crowns,
Who seeth lying far beneath her feet
All that is greatest, highest of this earth!
For thrones on thrones, ascending to the stars,
Would fail to reach the height where she abides
In angel majesty!


LA HIRE
Our monarch must decide.

DUNOIS
.......................................Not so! she must
Decide! Free hath she made this realm of France,
And she herself must freely give her heart.

LA HIRE
Here comes the king!

............
............



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