DIE SONNETTE AN ORPHEUS - II.3SONNETS TO ORPHEUS - II.3
Rainer Maria Rilketrans. Christopher Mulrooney
Spiegel: noch nie hat man wissend beschrieben,
was ihr in euerem Wesen seid.
Ihr, wie mit lauter Löchern von Sieben
erfüllten Zwischenräume der Zeit.

Ihr, noch des leeren Saales Verschwender -,
wenn es dämmert, wie Wälder weit ...
Und der Lüster geht wie ein Sechzehn-Ender
durch eure Unbetretbarkeit.

Manchmal seid ihr voll Malerei.
Einige scheinen in euch gegangen -,
andere schicktet ihr scheu vorbei.

Aber die Schönste wird bleiben, bis
drüben in ihre enthaltenen Wangen
eindrang der klare gelöste Narziss.
Mirrors: no-one yet has knowing written
what you in your nature are.
You, as with mere holes of sieves
replete intervals of time.

You, still wastrels of the empty hall -
when dusk falls, wide as woods ...
and the lustre like a sixteen-pointer goes
through your impassability.

Sometimes you are full of painting.
Some seem gone into you -
others you send shy away.

But the fairest will stay, till
yonder in your clenched cheeks
pierces clear unloosed Narcissus.

Trans. copyright © Christopher Mulrooney 2003


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