DIE SONNETTE AN ORPHEUS - II.19SONNETS TO ORPHEUS - II.19
Rainer Maria Rilketrans. Christopher Mulrooney
Irgendwo wohnt das Gold in der verwöhnenden Bank,
und mit Tausenden tut es vertraulich. Doch jener
Blinde, der Bettler, ist selbst dem kupfernen Zehner
wie ein verlorener Ort, wie das staubige Eck unterm Schrank.

In den Geschäften entlang ist das Geld wie zu Hause
und verkleidet sich scheinbar in Seide, Nelken und Pelz.
Er, der Schweigende, steht in der Atempause
alles des wach oder schlafend atmenden Gelds.

O wie mag sie sich schliessen bei Nacht, diese immer offene Hand.
Morgen holt sie das Schicksal wieder, und täglich
hält es sie hin: hell, elend, unendlich zerstörbar.

Dass doch einer, ein Schauender, endlich ihren langen Bestand
staunend begriffe und rühmte. Nur dem Aufsingenden säglich.
Nur dem Göttlichen hörbar.
Somewhere dwells Gold in a swaddling Bank,
and with Thousands treats intimately. Yet that
Blindman, the Beggar, is himself to the copper Groat
like a lost Spot, like the dusty Corner under the Cabinet.

In the Shops a-row is Geld quite at home
and decks itself seeming in Silk, Carnations and Pelt.
He, the Speechless, stands in the Breathingroom
all of watchful or nodding breathing Geld.

O how can it close at Night, that always open Hand?
Tomorrow brings it forth Fate again, and daily
bears it thus back: bright, wretched, endlessly destructible.

That one might, a Seer, finally its long Standing
astounded conceive and praise. Only to the Singing ceded.
Only to the Godlike audible.

Trans. copyright © Christopher Mulrooney 2003


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