DUINESER ELEGIEN - aus I.DUINO ELEGIES - from I
Rainer Maria Rilke trans. David Young
Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel
Ordnungen? und gesetzt selbst, es nähme
einer mich plötzlich ans Herz: ich verginge von seinem
stärkeren Dasein. Denn das Schöne ist nichts
als des Schrecklichen Anfang, den wir noch grade
ertragen,
und wir bewundern es so, weil es gelassen verschmäht,
uns zu zerstören. Ein jeder Engel ist schrecklich.
Und so verhalt ich mich denn und verschlucke den
Lockruf
dunkelen Schluchzens. Ach, wen vermögen
wir denn zu brauchen? Engel nicht, Menschen nicht,
und die findigen Tiere merken es schon,
dass wir nicht sehr verlässlich zu Haus sind
in der gedeuteten Welt. Es bleibt uns vielleicht
irgendein Baum an dem Abhang, dass wir ihn täglich
wiedersähen; es bleibt uns die Strasse von gestern
und das verzogene Treusein einer Gewohnheit,
der es bei uns gefiel, und so blieb sie und ging nicht.
O und die Nacht, die Nacht, wenn der Wind voller
Weltraum
uns am Angesicht zehrt -, wem bliebe sie nicht, die
ersehnte,
sanft enttäuschende, welche dem einzelnen Herzen
mühsam bevorsteht. Ist sie den Liebenden leichter?
Ach, sie verdecken sich nur miteinander ihr Los.
Weisst du's noch nicht? Wirf aus den Armen die Leere
zu den Räumen hinzu, die wir atmen; vielleicht dass
dieVögel
die erweiterte Luft fühlen mit innigerm Flug.
If I cried out who would hear me up there among the angelic
orders?
And suppose one suddenly took me to his heart I would shrivel
I couldn't survive next to his greater existence.
Beauty is only the first touch of terror we can still bear

and it awes us so much because it so coolly disdains to destroy us.
Every single angel is terrible! And since that's the case
I choke back my own dark birdcall my sobbing.



Oh who can we turn to in this need? Not angels
not people and the cunning animals realize at once
that we aren't especially at home in the deciphered world.


What's left? Maybe some tree on a hillside
one that you'd see every day and the perverse loyalty of some habit
that pleased us and then moved in for good. Oh and the night

the night, when the wind full of outer space gnaws at our lifted faces
- she'd wait for anyone that much desired mildly disappointing lady
whom the lone heart has to encounter with so much effort.
Is it easier for lovers? Ah, they only manage by being together
to conceal each other's fate! You still don't know? Throw armfuls
of emptiness
out to the spaces that we breathe - maybe the birds

will sense the expanded air flying more fervently.

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Trans. Copyright © W.W.Norton & Co. Inc. 1978 - publ. W.W.Norton


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