AN HÖLDERLINTO HÖLDERLIN
Rainer Maria Rilketrans. Tessa Ransford
Verweilung, auch am Vertrautesten nicht,
ist uns gegeben; aus den erfüllten
Bildern stürtzt der Geist zu plötzlich zu füllenden; Seen
sind erst im Ewigen. Hier ist Fallen das Tüchtigste. Aus dem
gekonnten Gefühl
überfallen hinab ins geahndete, weiter.

Dir, du Herrlicher, war, dir war, du Beschwörer, ein ganzes
Leben das dringende Bild, wenn du es aussprachst,
die Zeile schloss sich wie Schicksal, ein Tod war
selbst in der lindesten, und du betratest ihn; aber
der vorgehende Gott führte dich drüben hervor.

O du wandelnder Geist, du wandelndster! Wie sie doch alle
wohnen im warmen Gedicht, häuslich, und lang
bleiben im schmalen Vergleich. Teilnehmende. Du nur
ziehst wie der Mond. Und unten hellt und verdunkelt
deine nächtliche sich, die heilig erschrockene Landschaft,
die du in Abschieden fühlst. Keiner
gab sie erhabener hin, gab sie ans Ganze
heiler zurück, unbedürftiger. So auch
spieltest du heilig durch nicht mehr gerechnete Jahre
mit dem unendlichen Glück, als wär es nicht innen, läge
keinem gehörend im sanften
Rasen der Erde umher, von göttlichen Kindern verlassen.
Ach, was die Höchsten begehren, du legtest es wunschlos

Baustein auf Baustein: es stand. Doch selber sein Umsturz
irrte dich nicht.

Was, da ein solcher, Ewiger, war, misstraun wir
immer dem Irdischen noch? Statt am Vorläufigen ernst
die Gefühle zu lernen für welche
Neigung, künftig im Raum?
Reprieve - even for the most trusted
is not granted us; the spirit rushes
from fulness to suddenly needing replenished; in eternity
are only lakes. Here falling
is bravest. Feelings cascade down from
the familiar into the dreaded and deeper.

For you O great one, spellbinder, for you a whole
life was the urgent image; when you gave it expression
a line closed like fate; even in the most douce
a death was lurking and you encountered it; but
the god who leads on led you beyond.

O you wandering, most wandering of Spirits! How your images all
make themselves at home in the poem’s warmth and stay
long confined in the simile. Communing. You alone
move on as the moon does. And nightly you cast below
darkness and light upon the sacred, shattered landscape
you sense through farewells. No one
rendered it more sublime, gave it back to the All
more holy, less impoverished. Even so,
through years no longer counted, you innocently played
with immortal happiness, as if it were not within you,
as if it were lying around at random
in the soft grass of the earth, abandoned by divine children.
Ah what the heavenly ones demand you built up, asking for
nothing,
brick by brick: and it stood. Yet even its collapse
did not bewilder you.

When such an one was immortal, why do we still
mistrust the earthly? Instead of learning from the transitory
what it is really to feel for whatever
touches us, futurewards in space?

Trans. copyright © Tessa Ransford 2002 - with acknowledgements to Dr Karin McPherson

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