BEDENCKE DEINE LEBENS GEFAHR CONSIDER YOUR LIFE’S PERIL
Johannes Plavius trans. Michael Haldane
Ach Gott, wie mancher feind tracht vns hie nach dem leben!
Der wurff, der schlag, der stoß, der schoss, der stich, der hieb,
Der brand, der fall, der gift, des mörders hand, d’ dieb,
Die hungersnoht, der durst, die hitz’ vnd frost daneben.

Wie mancher kranckheit ist ein mensch’ hier übergeben?
Wie manches hertzeleid fällt vns aus angetrieb
Des bösen geistes an? wir müssen durch das sieb
Des todes schwind hindurch, da hilft kein wiederstreben.

Wer ist, wenn Gott der Herr wil über jhn gebieten,
Der sich für todesfahr ein augenblick zu hüten,
Sich wol vermessen kann, wie witzig er auch ist?

Welch stäublein ist so klein, welch würmlein kreucht auf erden,
Daz nicht, wenn Gott verhengt, kan vnser mörder werden?
In summa: nichtes hilft für’s grimmen todes list.
Ach God, how many foes are straining at our lives!
The stroke; the slash; the cut; the stab; the slit; the brand;
Poison; the snare; the shot; the thief; the throttling hand;
The heat and griping frost; with thirst, and hunger’s knives.

How many ailments rack this man of groans and yelps?
How many sorrows does the evil spirit whip
On to assault our hearts? We have to swiftly slip
Through death’s star-shaking sieve, where no resistance helps.

Now who can, when the Hand of Lord the God has beckoned,
Presume to guard himself for just a millisecond
From dark and swinging death, for all his cunning wiles?

What tiniest of motes, what Earth-slithering worm,
Can not, when God so fates, curtain our body’s term?
In summa: nought avails against grim Death’s sharp guile.

Trans. copyright © Michael Haldane 2004


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