aus "DER BLUES IN MIR" from "THE BLUES IN ME"
EL Loko trans. Brian Cole


Niedergeschlagen wie ein Krieger,
den Staub vom Schlachtfeld noch an den Füssen,
den Hauch der Gefallenen unter dem Arm,
kehrte ich heim,
zögernd
wie ein Reisender vor dem Einbruch der Nacht.

Wie Lange ist es her?
Keiner weiss es genau.
Manche behaupten, es war erst gestern,
doch die Wunder der Natur
schienen Jahrhunderte alt.

An Triumph dachte ich,
als aus der Menge
die Stimme des ältesten sich löste
und mir erzählte vom Schicksal
der verwesten Rosen,
des klaren Wassers, verdrängt vom Schilf,
das sein mächtiges Bollwerk gesponnen hatte ...
des weissn Sandes,
des grünen Ufers,
der Vögel.
Von dem einst schönsten Tal,
welches heute im Jenseits ruht.
Manchmal weigert sich sogar die Sonne zu scheinen.
Der Mond, blass wie noch nie,
schleicht am Horizont entlang
und verschwindet hinter den Baobabs,
die ihre Sehnsucht mit Fassung tragen.

Die Stimme ohne Alter
führte mich zu den Gräbern der verstorbenen Träume,
trug mich auf ihren Flügeln bis ans Ufer,
wo einst das Dorf bei Sonnenaufgang
seine Schönheit in den klaren Wassern bestaunte.
Der weisse Sand beim vollen Mond:
heller noch und leuchtender als der Schnee in den Alpen.

Froh wie eine Eule, die von der Jagd heimfliegt,
blitzten meine Augen
und streichelten die weichen Wellen,
die von der Brise getrieben
an meinen Füssen zerbrachen.
Ich bewunderte die tanzenden Karpfen
und die Wasservögel,
die mir das schönste aller Lieder summten.

Dann also ist alles wie es damals war,
dachte ich,
als die Stimme nochmals ertönte:
Nein, mein Sohn!
Es ist nichts wie einst ...
Das Gesetz der Natur hat ein Wunder vollbracht,
an das keiner geglaubt hatte,
nicht einmal ICH.
Keiner von uns, von den Gebliebenen,
konnte zur Hilfe schreiten,
als die Natur ihr Kleid wechselte.
Nur eines ist geblieben,
nur unsere Stimme ist geblieben,
und sie wird weiterhin die Geschichte tragen.

In mir erhoben sich wirbelnde Gedanken,
ein schmerzlicher Trümmerberg durchtrennte mein Herz
und legte mir in die Hände die bittere Gegenwart;
ich schlief ein
und sah im Traum den Morgen auf der Flucht ...


Struck down like a warrior,
the dust of the battlefield still on my feet,
the breath of the fallen still under my arm,
I went home,
hesitantly,
like a traveller before night falls.

How long ago is it?
No-one knows exactly.
Some maintain it was only yesterday,
but the marvels of nature
seem centuries old.

I was thinking of triumph
when from out of the crowd
the voice of the Eldest could be heard
and told me of the fate
of the decayed roses,
of the clear water displaced by reeds
that had spun their mighty bulwark ...
of the white sand,
of the green bank,
of the birds.
Of the once beautiful valley
that now rests in the hereafter.
Sometimes even the sun refuses to shine.
The moon, paler than ever,
creeps along the horizon
and disappears behind the baobabs
that calmly endure their yearning.

The ageless voice
led me to the graves of dead dreams,
bore me on its wings to the shore
where once at sunset the village
would admire its beauty in the clear waters.
The white sand under a full moon:
brighter and more brilliant than the snow in the Alps.

Joyful as an owl flying home from the hunt,
my eyes flashed like lightning
and stroked the soft waves
that, driven by the breeze,
broke at my feet.
I admired the dancing carp
and the water-birds
that hummed for me the most beautiful of all songs.

Then everything is as it used to be,
I thought,
when the voice rang out again:
No my son!
It is not as it used to be ...
The laws of Nature have wrought a miracle
that no-one believed possible,
not even I myself.
No-one of us who remain
could stride to our aid
when Nature changed clothes.
Only one thing remained,
only our voice remained,
and it will continue to preserve the story.

Whirling thoughts arose in me,
a painful heap of rubble broke through my heart
and placed in my hands the bitter present time.
I slept
and saw in my dream morning in flight ...

Copyright © EL Loko; trans. copyright © Brian Cole 2008


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