DES MORGENSMORNING
Friedrich Hölderlintrans. Tessa Ransford
Vom Taue glänzt der Rasen; beweglicher
Eilt schon die wache Quelle; die Buche neigt
Ihr schwankes Haupt und im Geblätter
Rauscht es und schimmert; und um die grauen

Gewölke streifen rötliche Flammen dort,
Verkündende, sie wallen geräuschlos auf;
Wie Fluten am Gestade, wogen
Höher und höher die Wandelbaren.

Komm nun, O komm, und eile mir nicht zu schnell,
Du goldner Tag, zum Gipfel des Himmels fort!
Denn offner fliegt, vertauter dir mein
Auge, du Freudiger! Zu, solang du

In deiner Schöne jugendlich blickst und noch
Zu herrlich nicht, zu stolz mir geworden bist;
Du möchtest immer eilen, könnt ich
Göttlicher Wandrer, mit dir! - doch lächelst

Des frohen ‹bermütigen du, dass er
Dir gleichen möchte; segne mir lieber dann
Mein sterblich Tun und heitre wieder
Gütiger! Heute den stillen Pfad mir.
The grass is bright with dew, and the merry stream
Is hurrying, wide awake, while the beech inclines
Her slender head, and all her foliage
Rustles and shimmers; as gray of clouds is

Surrounded, streaked with touches of crimson flame,
Which heralds day; they soundlessly float up;
Like waves they surge against their shoreline
Higher than ever in constant motion.

Now come, O come, and ascend not too rapidly
Dear golden day, attaining to Heavenís height.
I lift my eyes more trustingly and
Frequently, joyous one, hoping you will

Look youthful, lovely and longer stay,
Not lordly, proud of mien, but accepting me.
Keep hastening if you will, but take me
With you, divine one, dear smiling pilgrim!

My cheerful hopes must make me seem arrogant
As if to be like you; rather bless me then
In all my mortal tasks, to gladden,
Gracious one, just for today, my footpath.

Trans. copyright © Tessa Ransford 2002

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