ACHILLACHILLES
Friedrich Hölderlintrans. Tessa Ransford
Herrlicher Göttersohn! Da du die Geliebte verloren,
Gingst du ans Meergestad, weintest hinaus in die Flut,
Weheklagend hinab verlangt; in den heiligen Abgrund,
In die Stille dein Herz, wo, von der Schiffe Gelärm
Fern, tief unter den Wogen, in friedlicher Grotte die blaue
Thetis wohnte, die dich schützte, die Göttin des Meers.
Mutter war dem Jungling sie, die mächtige Göttin,
Hatte den Knaben einst liebend, am Felsengestad
Seiner Insel, gesäugt, mit dem kräftigen Liede der Welle

Und im stärkenden Bad ihn zum Heroën genährt.
Und die Mutter vernahm die Weheklage des Junglings,
Stieg vom Grunde der See, trauernd, wie Wölkchen, herauf,
Stillte mit zärtlichem Umfangen die Schmerzen des Lieblings,
Und er hörte, wie sie schmeichelnd zu helfen versprach.

Göttersohn! O wär ich, wie du, so könnt ich vertraulich
Einem der Himmlischen klagen mein heimliches Leid.
Sehen soll ich es nicht, soll tragen die Schmach, als gehört ich
Nimmer zu ihr, die doch meiner mit Tränen gedenkt.
Gute Götter! Doch hört ihr jegliches Flehen des Menschen,
Ach! und innig und fromm liebt ich dich heiliges Licht,
Seit ich lebe, dich Erd und deine Quellen und Wälder,
Vater Aether, und dich fühlte zu sehnend und rein
Dieses Herz - o sänftiget mir, ihr Guten, mein Leiden,
Dass die Seele mir nicht allzu frühe verstummt,
Dass ich lebe und euch, ihr hohen himmlischen Mächte,
Noch am fliehenden Tag danke mit frommen Gesang,
Danke für voriges Gut, für Freuden vergangener Jugend,
Und dann nehmet zu euch gütig den Einsamen auf.
Magnificent son of the gods! When you lost your beloved
You strode to the beach and wept aloud to the flood
Until your cry was engulfed in the sacred ocean-bed
And your heart in the silence; where from noise of the fleet,
Distant, deep below waves, in a peaceful grotto blue -
Hazed Thetis lived, princess of the sea, who protected you.
She was the young manís mother, and powerful goddess she -
Who once had lovingly taken the boy to a rocky part
Of her island and suckled him, to the pounding roar of the
breakers
And by such bold bathing fashioned him into a hero.
And his mother took in the youthís bitter lamenting,
Arose from the sea-bed sorrowfully in mist,
Calmed with tender embrace her darling one,
And he listened, as she soothingly promised to help.

Son of the gods! If I were as you, then I could share
My secret sorrow trustingly with an immortal one.
It cannot be: I must endure the insult as if
I never belonged to her, who thinks of me with tears.
Kindly gods! You hear the beseeching of every man,
Ah! And inwardly Iíve honoured you, holy Light,
All my life, and you, Earth, with fountains and woods;
And Father Aether, Iíve felt you bless and purify
My heart; - gracious ones, O mitigate my pain,
That the soul within me should not too soon be put to silence,
That I may live, and give to you, high, heavenly powers,
A song of thankful praise as day at last departs,
Grateful for previous blessings, delights of bygone youth:
And then favour me, raise me up in my loneliness.

Trans. copyright © Tessa Ransford 2002 - publ. in "European Poetry in Scotland", EUP, 1989

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