ARIE SONG
Christian von Hofmannswaldau trans. Peter Dean
Ihr hellen Mörderin’, ihr Augen! schliesst euch zu,
Jedoch die schönen Brüste,
Als Zunder meiner Lüste,
Geniessen keine Ruh,
Ihr aufgeblähter Schnee rafft alle Kraft zusammen,
Und bläst in meine Flammen.

Es muss dein Atem ja wohl Glut und Hitze sein,
Denn was daraus erquillet,
Ist auch mit Brand erfüllet:
Der edlen Flammen Schein
Bezeuget als Rubin sich auf der Berge Spitzen,
Mich Armen zu erhitzen.

Du schläfst in sich’rer Ruh, ich aber wach’ allhier,
Verirret in den Schranken
Voll schlüpfriger Gedanken,
Ich schaue dich in mir,
Und ich bemühe mich, den Unmut zu versüssen,
Im Geiste dich zu küssen.

Ich fühle, wie mich hier des Ambers Lieblichkeit,
Den deine Zunge gibet,
Wenn sie am schärfsten liebet,
Mit Anmut überstreut,
Und wünsche, dass dein Geist auch in dem Schlafe spüre,
Was ich im Sinne führe.

Es muss ein süsser Traum von Liebes-Schelmerei
Dir duch die Adern dringen,
Und dich zu etwas zwingen,
So dir ganz fremde sei,
So dich zu früher Zeit, so bald du wirst erwachen,,
Auch schamrot könne machen.

Der Liebes-Engel selbst, so neidisch ist wie du,
Der will sich itzt bemühen
Den Vorhang vorzuziehen,
Von wegen deiner Ruh;
Doch musst du mit der Zeit mir ungescheut entdecken,
Wie dir die Träume schmecken.
Your eyes, bright killers that they are, you close,
Your beauteous breast, however,
Arousing my desire, never
Any pity shows;
Its massy snow draws all its charms up higher
And blows upon my fire.

For sure your breath is flame and heat as well
Since what comes gushing through
Is filled with fire too:
The glowing tips of these flames tell
Like rubies on a distant mountain peak
And more damage on me wreak.

You’re sleeping in serenest peace, all wakeful I,
Wandering in a maze
Of confused thoughts as in a daze,
Trying to see you in my mind’s eye
And vexing myself, to sweeten my frustration,
By kissing this apparition.

And even here I taste the delightful musky taste
That your soft tongue now gives
Since, when it’s primed, it lives;
By rising desire I’m faced
And wish your slumbering spirit even in sleep might feel
What’s in my mind for real.

A captivating dream of amorous stature
Must pass into your blood,
Persuading you its good,
Something so foreign to your nature
That, at the earliest moment when you wake that day,
Will bring your blushes on display.

The Angel of Love himself, as niggardly as you,
Contrives for modesty
And so that peaceful your rest be
To pull the curtains to:
Yet you must tell me when the right moment arises
About the dreams’ sweet surprises.

Trans. Copyright © Peter Dean 2004


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