DEIN ANTLITZ YOUR FACE
Hugo von HofmannsthalBrian Cole
Dein Antlitz war mit Träumen ganz beladen.
Ich schwieg und sah dich an mit stummem Beben.
Wie stieg das auf! Dass ich mich einmal schon
In frühern Nächten völlig hingegeben

Dem Mond und dem zuviel geliebten Tal,
Wo auf den leeren Hängen auseinander
Die magern Bäume standen und dazwischen
Die niedern kleinen Nebelwolken gingen

Und durch die Stille hin die immer frischen
Und immer fremden silberweissen Wasser
Der Fluss hinrauschen liess - wie stieg das auf!

Wie stieg das auf! Denn allen diesen Dingen
Und ihrer Schönheit - die unfruchtbar war -
Hingab ich mich in grosser Sehnsucht ganz,
Wie jetzt für das Anschaun von deinem Haar
Und zwischen deinen Lidern diesen Glanz!
Your face was carrying a load of dreams.
I looked at you in silence, all a-tremble.
How it welled up! Already I'd lost myself
In earlier nights completely to the charms

Of the moon, the vale that I had loved too much,
Where scattered on the empty slopes there grew
Thin and spindly trees and in between
Small clouds of misty vapour hugged the ground

And the river let the ever cool,
Ever mysterious water, silvery white,
Rush through the silence - O how it welled up!

O how it welled up! To all these things
And to their beauty - sterile though it was -
I gave myself entirely deeply yearning,
As I do now to catch sight of your hair
And from between those eyelids catch that spark!

Trans. Copyright © Brian Cole 2003


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