SIE SASSEN UND TRANKEN
AM TEETISCH ...
WE SIT AND PASS THE
CONDIMENTS ...
Heinrich Heine tr. John Brian Aspinall
Sie sassen und tranken am Teetisch
Und sprachen von Liebe viel,
Die Herren, die waren ästhetisch,
Die Damen von zartem Gefühl.

Die Liebe muss sein platonisch,
Der dürre Hofrat sprach.
Die Hofrätin lächelt ironisch,
Und dennoch seufzet sie: Ach!

Der Domherr öffnet den Mund weit:
Die Liebe sei nicht zu roh,
Sie schadet sonst der Gesundheit.
Das Fräulein lispelt: Wieso?

Die Gräfin spricht wehmütig:
Die Liebe ist eine Passion!
Und präsentieret gütig
Die Tasse dem Herrn Baron.

Am Tische war noch ein Plätzchen;
Mein Liebchen, da hast du gefehlt.
Du hättest so hübsch, mein Schätzchen,
Von deiner Liebe erzählt.
We sit and pass the condiments
and prate of love’s conditions,
the women loud with sentiments,
the men with definitions.

Love must be platonical,
says mottled Mike McGhee.
His daughter smiles ironical
and softly says, I see.

Variety, the spice of life,
rejuvenates capacity,
De Selby says. De Selby’s wife
thinks, Impudent mendacity!

Let passion be our palimpore,
cross-eyed Corrina croons
and proffers to her paramour
a plate of macaroons.

Had my pretty, witty Nancy
been beside me here instead
of panting elsewhere in flagrante
what might she have said?

Trans. Copyright © John Brian Aspinall 2006


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