MEIN KIND, WIR WAREN
KINDER ...
MY CHILD, WHEN WE WERE CHILDREN ...
Heinrich Heine tr. John Brian Aspinall
Mein Kind, wir waren Kinder,
Zwei Kinder, klein and froh;
Wir krochen ins Hühnerhäuschen,
Versteckten uns unter das Stroh.

Wir krähten wie die Hähne,
Und kamen Leute vorbei -
"Kikereküh!" sie glaubten,
Es wäre Hahnengeschrei.

Die Kisten auf unserem Hofe
Die tapezierten wir aus,
Und wohnten drin beisammen,
Und machten ein vornehmes Haus.

Des Nachbars alte Katze
Kam öfters zum Besuch;
Wir machten ihr Bückling' und Knickse
Und Komplimente genug.

Wir haben nach ihrem Befinden
Besorglich und freundlich gefragt;
Wir haben seitdem dasselbe
Mancher alten Katze gesagt.

Wir sassen auch oft und sprachen
Vernünftig, wie alte Leut',
Und klagten, wie alles besser
Gewesen zu unserer Zeit;

Wie Lieb' und Treu' und Glauben
Verschwunden aus der Welt,
Und wie so teuer der Kaffee,
Und wie so rar das Geld! -

Vorbei sind die Kinderspiele,
Und alles rollt vorbei -
Das Geld and die Welt and die Zeiten,
Und Glauben and Lieb' and Treu'.
My child, when we were children
empty as the sky
Wed hide in the ruined hen house
and baffle passers-by



With clucks and cockledoodledoos -
but you preferred the games
with draggled gowns and teapot:
your dolls had serious names



and youd beat them with the teapot
to keep them in a line
and then play withered granny
and tell them in a whine



how children were obedient
when all the world was young
and ice cream colder, sweeter,
then how things dwindled wrong



till no belief or truth or love
was anywhere to be found,
and coffee three pounds fifty
that used to cost a pound ...



Devalued now that coinage -
masquerades of youth -
teapot, hen house, sweet ice cream,
belief and love and truth.

Click here 2 for another translation of this poem.

Trans. Copyright © John Brian Aspinall 2006


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