MITTAGMIDDAY
Andreas Gryphiustrans. Sheenagh Pugh
Auf Freunde! Lasst uns zu der Tafel eilen,
Indem die Sonn ins Himmels Mittel hält
Und der von Bitz und Arbeit matten Welt
Sucht ihren Weg und unsern Tag zu teilen!
Der Blumen Zier wird von den Flammenpfeilen
Zu hart versehrt, das ausgedörrte Feld
WŁnscht nach dem Tau, der Schnitter nach dem Zelt;
Kein Vogel klagt von seinen Liebesseilen.
Itzt herrscht das Licht; der schwarze Schatten fleucht
In eine Höhl, in welche sich verkreucht,
Den Schand und Furcht sich zu verbergen zwinget.
Man kann dem Glanz des Tages ja entgehn,
Doch nicht dem Licht, das, wo wir immer stehn,
Uns sieht und richt und Höll und Gruft durchdringet.
Come, friends, and eat. The sun will not remain
so high for long, cleaving his element,
breaking our day, before his long descent
sets the heat-weary world to work again.
His flaming arrows spread a scorching stain
across the flowers; the field, all moisture spent,
longs for the dew, the reaper for the tent
and not one bird sings of its loving pain.
Now the light rules. Black shadows shrink and keep
to holes and corners, as a man may creep
who, out of shame or fear, must hide his face.
We surely may escape the noonday's glare,
but not that other light which everywhere
sees us and weighs us, piercing each dark place.

Trans. Copyright© Sheenagh Pugh 1999 - publ. seren


...buy this book
next
index
translator's next