UND WEIL ICH SCHON IMMER ... AND SINCE IíVE ALWAYS ...
Dorothea Grünzweig trans. Derk Wynand
Und weil ich schon immer ein Wandersmann war
erhebt sich mein flinkes Blut
verzeiht mir Herd und hochgraues Haus
mich reisst's hinweg über Stadt
über Land

das Licht tritt Wände und Winterwerk nieder
klopft mir auf die hängende Stirn
füllt meine Kniekehlen dass sie sich öffnen
jagt meinen Wirbeln Leben ein nun gehör ich
zu ihm es schenkt mich
voll bis zum Überlaufen
ich geh fort es muss sein

muss auf die Leuchttürme rundum steigen
mich verschleudern und allen Leuten
und allem Getier wie immer im
Frühjahr den Kopf verdrehn
muss reiten auf den zottigen Schären
auf allen allen der Ostseeherden
bis später

die Mittsommerinsel
sich schimmelweiss schimmernd hervortut
einlädt auf sich und sämtliche
Sehnsuchtsundlichtlast hochnimmt
auf ihre Schultern

Solange bestürmt mich mein
Wandersmannsblut so ist es im
Frühjahr hinaus muss ich
dann bis zum Herbst
Herd und Haus
And since Iíve always been a wanderer
my quick blood stirs
forgive me hearth and dark grey home
Iím drawn out past town
past country

the light tramples walls and winterworks down
knocks against my hanging head
fills my knees so they unbend
pumps life into my vertebrae so now
Iím his it pours me
full to overflowing
I set off it canít be helped

have to climb up the lighthouses all around
cast myself off and turn the heads
as usual in spring
of man and beast alike
have to ride on the shaggy skerries
on all all the Baltic herds
until later

the midsummer island
stands out shimmering like a grey mare
that invites you onto its back
and shoulders the whole load
of longing and light

So long as my wandererís blood
assails me thatís how it is in
spring I have to get out
then right until autumn
hearth and home

from "Vom Eisgebreit. Gedichte." © Wallstein Verlag, Germany 2000

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