RÖMISCHE ELEGIEN - I ROMAN ELEGIES - I
Johann Wolfgang von Goethe trans. A. S. Kline
Saget, Steine, mir an, o sprecht, ihr hohen Paläste!
Strassen, redet ein Wort! Genius, regst du dich nicht?
Ja, es ist alles beseelt in deinen heiligen Mauern,
Ewige Roma; nur mir schweiget noch alles so still.
O wer flüstert mir zu, an welchem Fenster erblick ich
Einst das holde Geschöpf, das mich versengend erquickt?
Ahn ich die Wege noch nicht, durch die ich immer und immer,
Zu ihr und von ihr zu gehn, opfre die köstliche Zeit?
Noch betracht ich Kirch und Palast, Ruinen und Säulen,
Wie ein bedächtiger Mann schicklich die Reise benutzt.
Doch bald ist es vorbei; dann wird ein einziger Tempel,
Amors Tempel, nur sein, der den Geweihten empfängt.
Eine Welt zwar bist du, o Rom; doch ohne die Liebe
Wäre die Welt nicht die Welt, wäre denn Rom auch nicht Rom.
Tell me you stones, O speak, you towering palaces!
Streets, say a word! Spirit of this place, are you dumb?
All things are alive in your sacred walls
eternal Rome, only for me allís still.
Who will whisper to me, at what window
will I see the sweet thing who will kindle me, and quicken?
Already I guess the ways, walking to her and from her,
ever and always Iíll go, while sweet time slips by.
Iím gazing at church and palace, ruin and column,
like a serious man making sensible use of a journey,
but soon it will happen, and all will be one vast temple,
Loveís temple, receiving its new initiate.
Though you are a whole world, Rome, still, without Love,
the worldís not the world, Rome cannot be Rome.

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Trans. Copyright © A. S. Kline 2002


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