GRETCHEN AM
SPINNRADE
GRETCHEN AT THE
SPINNING-WHEEL
Johann Wolfgang von Goethe trans. Walter A.Aue

Meine Ruh’ ist hin,
Mein Herz ist schwer;
Ich finde sie nimmer
Und nimmermehr.

Wo ich ihn nicht hab’,
Ist mir das Grab,
Die Ganze Welt
Ist mir vergällt.

Mein armer Kopf
Ist mir verrückt,
Mein armer Sinn
Ist mir zerstückt.

Meine Ruh’ ist hin,
Mein Herz ist schwer;
Ich finde sie nimmer
Und nimmermehr.

Nach ihm nur schau’ ich
Zum Fenster hinaus,
Nach ihm nur geh’ ich
Aus dem Haus.

Sein hoher Gang,
Sein’ edle Gestalt,
Seines Mundes Lächeln,
Seiner Augen Gewalt,

Und seiner Rede
Zauberfluss,
Sein Händedruck,
Und ach, sein Kuss!

Meine Ruh’ ist hin,
Mein Herz ist schwer;
Ich finde sie nimmer
Und nimmermehr.

Mein Busen drängt
Sich nach ihm hin.
Ach dürft’ ich fassen
Und halten ihn,

Und küssen ihn,
So wie ich wollt’,
An seinen Küssen
Vergehen sollt’!

My peace is gone,
my heart is sore,
I'll find it never
and nevermore.

Without him here
my grave is near,
my world around
is sadness bound.

My sorry head
is all forlorn,
my sorry soul
to pieces torn.

My peace is gone,
my heart is sore,
I'll find it never
and nevermore.

It's only him
I'm looking for,
for him alone
I tend my door.

His lofty walk,
his noble sight,
his smiling face,
his glance's might,

and his expressions'
magic bliss,
his touch of hand
and, oh, his kiss!

My peace is gone,
my heart is sore,
I'll find it never
and nevermore.

My bosom presses
toward his skin;
oh, may I hold him
and draw him in

and may I kiss him
as wants my heart,
under his kisses
to fall apart!

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Trans. Copyright © Walter A.Aue 2006

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