IN YORK MINSTER IM YORKER MÜNSTER
Robin Fulton trans. Margitt Lehbert


Borges became a shade in York Minster,
facing shades, fancying only the past
is real. I'd imagine the past held firm
here by a living vanishing present
now, a non-time, in no tense, where we live.

Consider the starlings, crows and pigeons
who in seven centuries have stopped by,
balancing for two minutes on ridges
and pinnacles - suppose they all came back
at once: would the walls that hold God hold up?

Slabs of air even on calm days dislodge
each other round those centuries of stone
which on days when the spirit unbinds us
balances weight and seeming weightlessness;
Yorkshire earth is unencumbered, holds us.

We light two candles and leave them to burn
out. We are part of a host, rows of us.
Not one idea, therefore, not one word
can touch the painful heart in each sharp flame.
Each flame is a snowdrop no wind can harm.


Borges wurde ein Schatten imYorker Münster,
der Schatten entgegentrat und sich vorstellte, nur das Vergangene
sei wirklich. Ich stellte mir das Vergangene vor, das hier
von einer lebenden, verschwindenden Gegenwart festgehalten wird,
jetzt, eine Nicht-Zeit, in keinem Tempus, wo wir wohnen.

Schauet die Stare, Krähen und Tauben,
die in sieben Jahrhunderten hier Rast gemacht haben,
zwei Minuten lang auf Dachfirsten und Zinnen
balancierten - was wäre, wenn sie alle gleichzeitig
zurückkämen: würden die Wände, die Gott enthalten, halten?

Luftplatten verschieben einander auch an ruhigen
Tagen um diese Jahrhunderte aus Stein,
die an Tagen, an denen der Geist uns entfesselt,
Gewicht und scheinbare Gewichtlosigkeit balanciert;
dieYorkshire-Erde ist unbehindert, sie hält uns.

Wir zünden zwei Kerzen an und lassen sie dort nieder-
­brennen.Wir sind Teil einer Heerschar, Reihen von uns.
Deshalb kann keine einzige Idee, kein einziges Wort
das schmerzliche Herz in jeder scharfen Flamme berühren.
Jede Flamme ein Schneeglöckchen, dem kein Wind schaden kann.

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