ALS ICH AUF DER REISE ... JUST BY CHANCE ...
Heinrich Heine trans. A. S. Kline
Als ich auf der Reise zufällig
Der Liebsten Familie fand,
Schwesterchen, Vater und Mutter
Sie haben mich freudig erkannt.

Sie fragten nach meinem Befinden,
Und sagten selber sogleich:
Ich hätte mich gar nicht verändert,
Nur mein Gesicht sei bleich.

Ich fragte nach Muhmen und Basen.
Nach manchem langweil'gen Gesell'n,
Und nach dem kleinen Hündchen
Mit seinem sanften Bell'n.

Auch nach der vermählten Geliebten
Fragte ich nebenbei;
Und freundlich gab man zur Antwort,
Dass sie in den Wochen sei.

Und freundlich gratuliert' ich,
Und lispelte liebevoll:
Dass man sie von mir recht herzlich,
Viel tausendmal grüssen soll.

Schwesterchen rief dazwischen:
Das Hündchen, sanft und klein,
Ist gross und toll geworden,
Und ward ertränkt im Rhein.

Die Kleine gleicht der Geliebten,
Besonders wenn sie lacht;
Sie hat dieselben Augen,
Die mich so elend gemacht.
Just by chance on my journey
I met my belovedís kin,
Sister and father and mother
Knew me, and welcomed me in.

They asked me how I was faring,
And said, as I entered the place,
That I wasnít changed a bit, just
A little thin in the face.

I asked after aunts and cousins,
After many a tiresome one,
And asked how their little dog,
With its soft little bark had done.

And I asked about my darling,
Married now, by and by:
They kindly gave me an answer:
In childbed she did lie.

And I offered congratulations,
And murmured lovingly,
To give her a thousand greetings
With all their heart, from me.

Little sister interrupted:
Their dog so sweet and fine,
Had grown quite large and fierce,
And been drowned in the Rhine.

That little oneís like my darling,
Especially when she smiles:
The look that made me miserable:
She has the selfsame eyes.

Trans. copyright © A. S. Kline 2004


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